Michael Marzy
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Kurzer, leider nicht sehr positiver Erfahrungsbericht:
Für ein XXL Wochenende (Freitag bis Montag mit 1500 Kilometern) habe ich ein (9 Jahre altes) Motorrad (Honda XL 700 VA Transalp) für 369 Euro gemietet.
Ich hätte es wissen müssen, schon zu Anfang war der Ton des Geschäftsführers gestresst und genervt… (Bei der Übergabe: „machen Sie ein paar Fotos vom Motorrad, das ist heutzutage die beste Diskussionsgrundlage…“ „Haben Sie in ihrem Leben schon mal eine Kette geschmiert? Das müssen Sie alle 600 Kilometer machen…“ (Ja, habe ich, ich fahre seit 40 Jahren Motorrad – und ich habe sogar extra noch Kettenspray gekauft um sie unterwegs schmieren zu können, weil es ihm so wichtig war - aber dazu kam es gar nicht mehr…))
Am zweiten Tag brach (glücklicherweise gleich am Vormittag und somit nur 110 Kilometer von zuhause) ohne eigenes Verschulden (durch drehen, nicht biegen) der Schlüssel im Tankschloss ab, vermutlich Materialschwäche, ist ja, wie gesagt, auch schon älter…
Der Vermieter kann/mag sich nicht drum kümmern, meine Frau musste den Ersatzschlüssel bei ihm holen und uns bringen, damit wir überhaupt nach Hause fahren konnten. Tankschloss nicht mehr verschließbar, Spaß vorbei, Tour gegen Mittag beendet.
Der Geschäftsführer schiebt mir nun die Schuld in die Schuhe, wir diskutieren im Verlaufe der folgenden drei Wochen über „seine Kosten“ und “seinen Aufwand“ aber nicht mal ansatzweise über „meine“ verlorene Zeit sowie den entgangenen Spaß für mich und begleitende Freunde, den Aufwand meiner Frau und die nicht genutzten Tage und Kilometer.
Er fordert knapp 150 Euro, ist jedoch nicht bereit, die bereits gezahlten 369 Euro aus Kulanz irgendwie ansatzweise anzurechnen (oder die nur zu einem Drittel genutzten Kilometer oder die nicht genutzten 1,5 Tage zu berücksichtigen) und wird im Ton eher ungehalten.
Aus meinem zu Beginn der Diskussion geäußerten, damals ehrlich und freundlich gemeinten „Da werden wir uns schon einigen“ macht er ein „Sie haben mir die Zahlung zugesagt“…
Am Ende biete und zahle ich zusätzliche 100 Euro, die er „gegen jede Überzeugung“ akzeptiert.
In Summe zahle ich nun also 469 Euro (für etwas mehr als einen Tag und 500 Kilometer auf einem 9 Jahre alten Motorrad…) um es nicht zu der von ihm angedrohten sinnlosen Klage kommen zu lassen, auf deren Verlauf, Kosten und Aufwand (und den vermutlich vom Richter entschiedenen Vergleich, bei dem jeder seine Anwaltskosten zu tragen hat) ich echt keine Lust hatte.
Vielleicht habe ich nur schlechte Tage und schlechte Laune des Inhabers erwischt, merkt man auch an den unterschiedlichen Bewertungen hier…
Aber Kundenorientierung geht anders. Insbesondere bei einem Produkt, welches rein zu Spaß- und Freizeitzwecken angeboten und genutzt wird - niemand „muss“ ein Motorrad mieten, tut es aber bei passendem Service sicher gern mal wieder… Schade.
Das Moped an sich hat Spaß gemacht, auch wenn es nicht das aktuellste Modell war. Aber bei der nächsten Gelegenheit miete ich wohl eher woanders.